Unfallkasse Baden-Württemberg

Teilnahme an Praktika

Studierende sind während der Teilnahme an Praktika gesetzlich unfallversichert, wenn die hiermit ver­bund­enen Tätigkeiten in einem unmittelbaren zeit­lichen und räumlichen Zusammenhang mit der Hoch­schule und deren Einrichtung stehen und hierfür die Unfallverhütungs­maß­nahmen der Hochschule und des Unfallversicherungs­trägers ergriffen und unterhalten werden können.

Voraussetzung ist hierfür stets, dass es sich um Tätigkeiten innerhalb des organisatorischen und rechtlichen Verantwortungsbereichs der Hochschule handelt.

Die Teilnahme an Praktika untersteht der rechtlichen und organisatorischen Verantwortung der Hoch­schule, wenn diese

  • die Tätigkeit in sachlicher Hinsicht wesentlich selbstverant­wort­lich ausgestaltet und überwacht,
  • durch eigenes oder beauftragtes Lehrpersonal weitgehend prakt­ische Eingriffs- und Weis­ungs­möglichkeiten in Be­zug auf Zeit, Ort, Form und Dauer der Tätigkeit
  • sowie ein Weisungs- und Kontroll­recht hinsichtlich der Art und Durchführung der Tätigkeiten hat.

Für die unfallversicherungsrechtliche Beurteilung der Praktika ist unerheblich, ob diese in Studien- und Prüfungs­ordnungen zwingend vorgeschrieben sind oder freiwillig geleitet werden.

Auslandspraktika

Bei Auslandspraktika ist zusätzliche Voraussetzung für den Versicherungsschutz, dass es sich um eine ins Ausland aus­strahl­en­de Maßnahme oder Veranstaltung der deutschen Hochschule handeln muss. Erforderlich ist hierfür, dass der organisatorische Verantwortungsbereich der Hochschule auch die Durchführung der dem Studium dienenden Verrichtungen im Ausland erfasst und die Hochschule den Auslandsaufenthalt organisiert, überwacht und durchführt. Außerdem muss die Hochschule die Möglichkeit haben, Einfluss auf die äußeren Beding­ungen, den Umfang, den Inhalt und die zeitliche Einteilung des Studienaufenthaltes zu nehmen. Steht es dem Studierenden dagegen frei, ob, wann und welche Einrichtungen im Ausland für die Anfertigung von Arbeiten im Rahmen des Studiums besucht werden, geschieht dies nicht aufgrund eines "Direktionsrechts" der Hochschule. Es besteht daher hier kein Unfallversiche­rungs­schutz.

Die vorgenannten Ausführungen gelten auch dann, wenn der Auslandsaufenthalt bzw. die Tätigkeiten dem Studium dienen oder gar unerlässlich sind.

Hochschul- bzw. Fachhochschulpraktika

Bei Hochschul- bzw. Fachhochschulpraktika besteht kein unmittelbarer Einfluss der Hochschule bzw. der Fachhochschule auf die Art und Weise der Durchführung sowie auf den Ablauf der Praktika. Die Studierenden gliedern sich während des Praktikums in den Betriebsablauf des Praktikums­unter­nehmens ein. Für sie besteht gesetzlicher Unfallversicherungsschutz über den für das Praktikums­unter­nehmen zuständigen Unfallversicherungsträger.